Die Stuhlgalerie am Ruhrtalradweg an der Glösingerstraße steht wieder

Vielen Dank an Künstler Martin Niggemann und Olaf Koester

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen des Frühjahrs kehrt auch ein farbenfroher Blickfang an den Ruhrtalradweg an der Glösingerstraße zurück: die beliebte Stuhlgalerie von Künstler Martin Niggemann. Wie kleine Kunstwerke unter freiem Himmel säumen die individuell gestalteten Stühle erneut den Weg und laden Jogger, Wanderer und Radfahrer zum Innehalten ein.

Nachdem im September vergangenen Jahres bereits zum dritten Mal die liebevoll gestaltete Stuhlgalerie zerstört worden war, saß der Schock tief. Angesichts der massiven Verwüstung hatte Martin Niggemann zunächst entschieden, keine neuen Stühle mehr für das Frühjahr zu gestalten. Entsetzen, Enttäuschung und Fassungslosigkeit machten sich breit – auch in den sozialen Medien. „Ich bin es leid, meine Zeit und Arbeit in ein Projekt zu investieren, das wiederholt zerstört wird“, brachte Martin Niggemann seine Gefühlslage damals auf den Punkt.

Doch genau in dieser Situation zeigte sich, wie viel Zusammenhalt und Engagement in der Dorfgemeinschaft steckt. Olaf Koester beteiligte sich nicht an Diskussionen, sondern packte selbst mit an. Sorgfältig sammelte er die Bruchstücke ein und setzte die beschädigten Stühle mit handwerklichem Geschick wieder zusammen. Vier der insgesamt acht zerstörten Stühle konnten so fachmännisch verleimt und gerettet werden.

Diese außergewöhnliche Hilfsbereitschaft bewegte auch Martin Niggemann. Er erklärte sich bereit, die reparierten Stühle erneut künstlerisch zu überarbeiten. Mit viel Geduld wurden die Bruchstellen übermalt, neue Motive gestaltet und die Oberflächen frisch lackiert. So entstanden aus beschädigten Kunstwerken wieder farbenfrohe Unikate.

Pünktlich zum Frühjahrsbeginn stellten die beiden die überarbeiteten Stühle gemeinsam mit weiteren gestalteten Exemplaren wieder auf. Mehr als 20 Stühle stehen nun entlang des Ruhrtalradwegs und bilden erneut eine malerische Galerie unter freiem Himmel. Die bunten Motive bringen Farbe in die Landschaft und sorgen für zahlreiche bewundernde Blicke bei Spaziergängern, Radfahrern und Gästen der Region.

Bleibt zu hoffen, dass diese besondere Freiluftausstellung bis zur Rückkehr ins Winterlager im Oktober unbeschädigt bleibt – damit die Stuhlgalerie weiterhin ein Zeichen für Kreativität, Engagement und gelebte Gemeinschaft entlang des Ruhrtalradwegs setzen kann.

Bilder: Olaf Koester / Text: Ronald Frank