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23.6.14: Marathon-Tour Oeventrop-Luxemburg-Brüssel

Marathon-Tour Oeventrop-Luxemburg-Brüssel

 vom 18. bis 22.06.14

Nach Greetsiel, Berlin, Travemünde, Paris und London war dies die 6. Marathon-Tour des TuS Oeventrop. Mitgefahren sind Jürgen, Uwe, Bernd, Dirk Ely (bis Luxemburg), Steffi, Franz, Jay, Dietmar (bis Rheinbach), Walter, Birgit, Martin, Wolfgang (bis Finnentrop), Peter (bis Bonn), Michael, Torsten und Arlene (unsere Begleiter) und ich. Stefan, Carlos und Wolfgang hatten kurzfristig abgesagt.

Um es vorweg zu nehmen: Es war die schwerste von allen Touren: 630 km und 7.200 hm!

Pünktlich mit dem Glockenschlag ging es am Mittwoch, den 18.06.14 um 21 Uhr endlich los.

Am Vorabend hatten wir bei uns zu Hause Bulli und Anhänger gepackt. Alle waren enttäuscht, dass unsere drei Leistungsträger Stefan, Carlos und Wolfgang nicht mitfuhren. Kompensiert wurden diese Ausfälle allerdings durch unsere Begleiter: Ein großer Glücksfall: Torsten und seine Tochter Arlene (13 Jahre) haben immer für gute Laune und optimale Pausenbetreuung gesorgt. Regen war nicht angesagt, so dass wir sogar ohne Schutzblech fahren konnten. Regenkleidung hatten wir nicht an. Es war aber doch einigermaßen kühl, so dass wir teilweise in Winterjacken fahren mussten. Auf der gesamten Tour war es nicht windig. Immer wieder kam die Sonne durch, so dass wir feststellen können, dass das Wetter nahezu optimal war.

Birgit und Martin hatten bei dieser Tour die Hauptorganisationslast zu tragen und nahezu sämtliche Einkäufe getätigt. Die Details hatten sie mit ihrem Grundstücksnachbarn Torsten abgestimmt. Dirk Ely hatte wiederum belgische Waffeln und jede Menge Süßigkeiten beigesteuert. Besonders erfreulich erwies sich insbesondere am Ziel seine Getränkelieferung. Jay hatte in professioneller Manier die Kasse nebst Buchführung übernommen und unser Franz, wie gewohnt, die Streckenplanung, wobei er diesmal einige Überraschungen eingeplant hatte.

Gut gelaunt ging es zügig durch den Fledermaustunnel und danach über Finnentrop an Bigge- und Lister-Talsperre entlang nach Bergneustadt hoch. Auf dieser Strecke hatte Jay uns demonstriert, wie man aufgrund eines Schaltfehlers stürzen kann, ohne sich zu verletzen. Überhaupt dieser Jay: Immer gut gelaunt, immer hilfsbereit und bei jeder Pause damit beschäftigt, an seinem Rad zu schrauben, damit die Pedale nicht abfällt!

Besonders erwischt hat es auf dieser Tour einen unserer stärksten, nämlich Dietmar, der dreifaches Pech hatte: Zunächst einen Platten am Vorderrad, dann einen Sturz in einer Baustelle in Bergneustadt. Die schlecht ausgeleuchtete Sturzstelle stellte für uns alle eine große Gefahr dar, da parallel zur Laufrichtung eine innerhalb der Baustelle nicht sichtbare Bordsteinkante verlief. Als er mit den Rädern an die Bordsteinkante kam, war ein Sturz nicht mehr zu vermeiden. Es blieb erfreulicherweise aber bei Prellungen und Hautabschürfungen. Als in Rheinbach dann auch noch Herzrythmusstörungen hinzu kamen, hat sich Dietmar – leider, aber vernünftig – von uns verabschiedet und ist mit dem Zug nach Oeventrop gefahren.

Die Strecke nach Bonn waren Franz, Michael und ich am 30. März bereits abgefahren und hatten festgestellt, dass die vorgesehene Route viel zu anstrengend war. Aus diesem Grunde hatte Franz eine mildere Variante gewählt: 1.300 statt 1.800 hm bei 145 km bis Bonn. Danach ging es ca. 20 km relativ flach weiter, bevor es in die äußerst anstrengende Eifel ging. Ein Berg folgte dem anderen. Bei jeder Abfahrt war uns klar, dass die Rache in Form des nächsten Anstieges sofort folgen würde. Es hörte nicht auf. Ein Anstieg war länger und steiler als der nächste. Es war die reinste Schinderei für uns alle. Die Strecke bis Gerolstein war sicherlich schön, aber bei der Quälerei kaum zu genießen. Entschädigt wurden wir kurz danach auf der langen Abfahrt entlang der Kyll fast bis nach Bitburg. Als wir das Kyll-Tal verlassen mussten, ging es wiederum in die Berge. Insbesondere ein Umweg bis zum nächsten Rastplatz kostete uns nicht nur 5 km, sondern unendlich viele hm. Da zudem die Sonne brannte, war es wirklich sehr heftig. Einige Anstiege konnten wir nur im kleinsten Gang und mit letzter Kraft überwinden. Eigentlich wäre fast jeder gerne an diesen Teilstücken abgestiegen; der Gruppenzwang ließ jedoch keine Schwäche zu…

Als wir bei Echternach die Grenze passierten, wurde es nicht besser. Die E29 in Richtung Luxemburg stellt eine steile Rampe dar; wir waren der prallen Sonne ausgesetzt und heilfroh, nach 365 km gegen 18 Uhr Luxemburg zu erreichen. Bis dahin hatten alle mehr oder weniger mit der Müdigkeit zu kämpfen.

Diese anstrengende Strecke war nur durchzustehen, weil uns Torsten und Arlene bei allen Pausen optimal betreuten. Tische und Bänke waren aufgestellt; jeder Wunsch wurde uns von den Lippen abgelesen. Wir wurden optimal bedient und betreut. Die Plätze, die die beiden ausgesucht hatten, waren zudem sehr schön; zumindest Herrentoiletten waren immer in der Nähe!

Torsten und Arlene haben dann, wie verabredet, Dirk Ely zum Bahnhof gebracht, damit er seinen 18-Uhr-Zug nach Oeventrop erreicht, was tadellos geklappt hat. Auf diese Art und Weise war der Fahrradtrupp eher am IBIS-Hotel am Flughafen Luxemburg als Torsten und Arlene. Die Räder konnten wir problemlos mit aufs Zimmer nehmen. Am Hotel war eine große Parkfläche für unser Begleitfahrzeug. Wir waren alle total erschöpft und wollten das Hotel nicht mehr verlassen. Nachdem wir die Zimmer bezogen und uns geduscht hatten, trafen wir uns um 19.30 Uhr im Hausrestaurant, wo wir ein spärliches Touristenmenü erhielten. Aufgrund unserer Erschöpfung waren wir nicht mehr kritikfähig. Franz und Jay verloren während des Essens den Kampf gegen die Müdigkeit. Niemand war gesprächsbereit. Alle wollten nur ins Bett, was um 21.30 Uhr gelang. Am nächsten Morgen stellte sich heraus, dass 5 Minuten später alle in einen absoluten Tiefschlaf verfallen waren.

Am Freitagmorgen um 7.30 Uhr war der Start nach Brüssel angesetzt. Aufgrund der enormen Müdigkeit hatte ich den Wecker auf genau diese Uhrzeit gestellt, so dass ich in Zeitnot geriet, als ich zufällig im 7 Uhr wach wurde. Alle hatten bereits gefrühstückt. Da Torsten im Vorfeld den Wunsch geäußert hatte, zumindest eine Etappe mit dem Rennrad mitfahren zu können, haben wir getauscht. Für mich gab es gleich 4 Gründe für diesen Tausch: Torstens Wunsch, fehlende Regeneration wegen des 3 Tage zuvor absolvierten 614-km-Brevets, ein entzündetes und schmerzendes linkes Kniegelenk sowie ein unangenehmes Schleifgeräusch am Rad. So konnte ich die Truppe als passiver Begleiter betreuen und begutachten. Hierbei konnte ich von Arlenes Erfahrung profitieren. Ich glaube, dass wir Torsten und Co. gut betreut haben, jedenfalls haben wir uns bemüht, passende Plätze zu finden.

In L´Eglise konnten wir sogar im Touristenbüro pikfeine Umkleidekabinen mit Duschen und Toilettenräumen anbieten. Gut gelaunt kam die Truppe in der vorgesehenen Zeit bei uns an. Noch besser war die Stimmung in Meux, weil zuvor eine lange Abfahrt die Fahrzeit enorm verkürzt hatte. Wir hatten nicht einmal Gelegenheit, die Tische bis dahin aufzustellen, was im Hinblick auf den wunderschönen Park und die vielen Sitzgelegenheiten unerheblich war. Arlene und ich hatten die kurze Wartezeit genutzt, eine spitze Tüte mit typisch belgischen Fritten zu genießen.

Übel wurde es dann bei der dritten Pause in Rochefort. Dort mussten wir fast 2 bis 3 Stunden länger auf die Truppe warten, als erwartet. Ziemlich erschöpft wurde festgestellt, dass die letzte Etappe nicht ohne Beleuchtung gefahren werden kann. Die dritte Etappe erwies sich wieder als sehr schwierig mit sehr vielen Höhenmetern. An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass uns kein Straßenbelag erspart blieb. Lange Kopfsteinpflaster-Passagen waren ebenso wie Betonplatten oder Feldwege vorhanden. Infolge dessen gab es einen weiteren Platten.

Erwähnenswert erscheinen mir auch die Zwischensprints, insbesondere von Michael und Bernd, die insbesondere bei den rasanten Abfahrten in der Eifel teilweise mehrere 100 Meter vorausfuhren und durch Martins Trillerpfeife erfuhren, dass sie an einer Abbiegung vorbeigefahren waren. Sie mussten deshalb den Berg wieder zurückkommen, um sich unseren Spott anzuhören. Auch Torsten und Bernd haben sich wohl einige Duelle am Berg geliefert. Beide mussten ihr volles Kampfgewicht einsetzen, was insbesondere bei den Abfahrten zu enormen Vorteilen führt.

An dieser Stelle auch ein großes Kompliment an unsere beiden Frauen (Birgit und Steffi), die uns alleine durch ihre Anwesenheit zu Höchstleistungen angespornt haben. Bei dieser Tour kamen auch unsere Bergziegen (Jürgen und Michael) voll auf ihre Kosten.

Im Vorfeld hatte man mir als Busfahrer bereits mitgeteilt, dass es nicht möglich sein würde, vor dem Hotel in Brüssel zu halten oder gar zu parken.

Als Arlene und ich dort gegen 20 Uhr eintrafen, kamen uns Svenja und Jörn zu Hilfe. Ich habe das Fahrzeug direkt vor dem Hoteleingang angehalten, so dass sich hinter uns die Fahrzeuge stauten. Wir haben in Windeseile sämtliche Taschen ausgeladen und dann versucht, einen Parkplatz für Anhänger und Bulli zu finden, was erst ca. 1 Stunde später in rund 700 m Entfernung gelang. Zwischendurch wurden wir von einer ca. 200 Kopf starken Skater-Gruppe aufgehalten, für die die Polizei die Strecke gesperrt hatte. Spannend war auch, dass wir den Hänger weder vorne an der Deichsel noch hinten an der Klappe abschließen konnten. Aus diesem Grunde haben wir noch einige Gegenstände, insbesondere Steffis Arztkoffer, herausgeholt und sind zu Fuß zum Hotel zurückmarschiert. Wir sind dann mit dem PKW von Mühlendycks zurückgefahren und haben sämtliche Essensreste und Getränke zum Hotel geholt, was sich als sehr dienlich erwies.

Wir haben dann vor dem Hoteleingang auf die heranrauschenden Rennradfahrer gewartet, die um 23.30 Uhr endlich eintrafen. Wir haben unsere Freude durch laute Jubelrufe zum Ausdruck gebracht und die Truppe sofort in die Tiefgarage geleitet, wo ein unvergessen schöner Empfang stattfand. Die von Dirk gestifteten Getränke haben zu einem würdigen Rahmen beigetragen. Sämtliche Getränke, auch der Sekt, wurden aus der Flasche getrunken. Um Punkt 24 Uhr stimmte Torsten das „Happy-Birthday“ an, da Svenja 25 Jahre alt wurde. Alle Anstrengungen waren vergessen. Wir waren glücklich, dass alle heile diese ausgesprochen schwere Etappe überstanden hatten und im Hotel angekommen waren. Zum ersten Mal hatte Torsten mit insgesamt 265 km die 200-km-Marke überschritten. Alle freuten sich mit ihm.

Wir haben uns dann schnell auf die Zimmer verzogen und uns erst für 9 Uhr zum Frühstück verabredet, wo alle einigermaßen ausgeschlafen und bester Dinge waren. Wir sind dann quer durch Brüssel zum Atomium gefahren. Diese Fahrt erinnerte uns stark an Rotterdam, weil wir alle Paar Meter vor einer Ampel halten mussten. Bei strahlendem Sonnenschein wurde dann vor dem Atomium das obligatorische Gruppenfoto gefertigt, bevor es zum Hotel wieder zurückging. Bei dieser Stadtrundfahrt wurden nochmals knapp 30 km gesammelt.

Um 14 Uhr wurden wir dann von Walters Ehefrau Doris und Servin erwartet, einem Brüsseler Ureinwohner mit dem Doris weitläufig verwandt ist. Beide haben uns über 4 Stunden sämtliche Sehenswürdigkeiten von Brüssel gezeigt. Hierbei dürften wir ca. 10 bis 15 km gelaufen sein, bevor wir ziemlich entkräftet kurz vor unserem Hotel in einem italienischen Restaurant die erforderliche Stärkung fanden. Es war ein schönes Abendessen, wenn auch nicht ganz billig.

Glück hatten wir auch bei der Suche nach einem geeigneten TV-Raum in der Nähe des Hotels. Im Hotel selbst konnten wir das Fußballspiel Deutschland gegen Ghana nicht empfangen. Wir fanden dann aber einen Platz in der ersten Reihe im Irish Pub, schräg gegenüber unseres Hotels. Dort musste keiner frieren oder dursten. Unausgesprochen hatten wir alle den Eindruck, dass wir weitaus mehr geleistet hatten, als die Deutsche Nationalmannschaft. Es war allerdings ein wunderschöner, wenn auch anstrengender Tag in Brüssel, bis wir gegen 23.30 Uhr im Hotel waren.

Am nächsten Morgen kamen alle schon erstaunlich früh zum Frühstück, bis auf Walter und Michael, die verschlafen hatten. Bei diesem Frühstück haben wir uns vorgenommen, im nächsten Jahr eine weitaus weniger anstrengende Tour zu fahren, möglicherweise nach München (in 2 Tagen) oder nach Würzburg (natürlich an einem Tag). Wir sollten auf dem nächsten Stammtisch hierüber sprechen.

Wir sind dann alle nicht mehr am Sonntag in Richtung Oeventrop mit dem Rad gefahren, sondern mit den PKWs, wo wir am frühen Vormittag eintrafen.

Es war wieder eine schöne, runde Sache. Ich hoffe, dass im nächsten Jahr wieder alle vom harten Kern dabei sind.

Abschließend nochmals ganz herzlichen Dank an alle, die zum Gelingen dieser unvergessenen Tour beigetragen haben:

Bernhard Kraas

alt

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