Pressemitteilung von Bündnis 90/Die Grünen in Arnsberg zum Artikel über den Wegfall der Bahnhaltestellen Freienohl und Oeventrop

Der geplante Wegfall der Haltestellen Freienohl und Oeventrop auf der Strecke des Dortmund-Sauerland-Express stellt eine erhebliche Herausforderung für die betroffenen Pendlerinnen und Pendler sowie die Region dar. Als Bündnis 90/Die Grünen in Arnsberg sehen wir die Notwendigkeit der Brückensanierungen und verstehen die Bedeutung dieser Maßnahmen für den langfristigen Erhalt und die Zuverlässigkeit der Strecke. Dennoch gibt es zahlreiche Gründe, die eine Anpassung der Vorgehensweise dringend erforderlich machen.

Probleme durch den Wegfall der Haltestellen

Der Entfall beider Haltestellen bedeutet für viele Menschen in der Region, vor allem für Pendler, Schülerinnen und Schüler, Senioren sowie Menschen ohne Auto, erhebliche Nachteile. Die zusätzliche Strecke, die es zu überbrücken gilt, führt zu längeren Reisezeiten, einem höheren organisatorischen Aufwand und zusätzlichem Stress. Besonders Familien mit schulpflichtigen Kindern sehen sich durch die Notwendigkeit, den Schülerverkehr selbst zu kompensieren, vor große Herausforderungen gestellt.

Zudem gibt es in den kalten Monaten keine sinnvolle Alternative wie das Fahrrad, um die Strecke zwischen den Bahnhöfen zu überbrücken. Zudem ist dies keine Alternative für die ältere Generation und Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Auch die Gefahr, dass sich viele Betroffene gezwungen sehen, auf das Auto umzusteigen, widerspricht den Zielen einer klimafreundlichen Mobilität und führt langfristig zu mehr Verkehr auf den Straßen.

Die lange Übergangszeit bis zur Fertigstellung der Sanierungsarbeiten verschärft die Problematik zusätzlich. Besonders kritisch ist dabei, dass anschließend weitere Einschränkungen, durch die Tunnelbaustelle zwischen Freienohl und Oeventrop, zu befürchten sind. Folglich können sich die Menschen in den Ortsteilen in den nächsten Jahren nicht darauf verlassen, zuverlässig Ihren Alltag mit Hilfe der Bahn bewältigen zu können.

Alternative Ansätze

Wir wünschen uns, dass die Deutsche Bahn und der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) die Planungen überdenken und gemeinsam mit der Region bedarfsgerechte Alternativen entwickeln. Mögliche Lösungsansätze könnten sein:

  1. Verdichtung der R71-Verbindung: Eine Verdichtung der Busverbindung R71 auf einen Takt von 30 Minuten könnte eine weitere Möglichkeit sein, die Mobilität der Pendler sicherzustellen.
  2. Bedarfsgerechter Ersatzverkehr: Es braucht einen verlässlichen Ersatzverkehr, etwa in Form von Kleinbussen, die spätestens fünf Minuten nach der Zugankunft abfahren. Auf diese Weise können Pendler flexibel und ohne unnötige Wartezeit zu den nächstgelegenen Bahnhöfen Meschede oder Arnsberg gelangen.
  1. Anpassung des Fahrplans: Anstelle des Wegfalls von Haltestellen, um den bestehenden Fahrplan beizubehalten, sollte geprüft werden, ob der Fahrplan selbst angepasst werden kann, um weiterhin Stopps an beiden Bahnhöfen zu ermöglichen.
  2. Alternierender Halt oder Reduktion auf eine Haltestelle: Statt beide Haltestellen entfallen zu lassen, könnte ein alternierender Halt in Freienohl und Oeventrop eingerichtet werden. Alternativ könnte nur eine Haltestelle gestrichen und die andere erhalten bleiben, um die zu überbrückende Strecke zu minimieren. In diesem Fall könnte es ggf. nötig sein, einen Halt an anderer Stelle entfallen zu lassen. Die Problematik würde aber zumindest entzerrt.

Auch wenn es nachvollziehbare Gründe für den Wegfall der Haltestellen während der Bauarbeiten gibt – wie die bessere Planbarkeit für die Bahn und eine mittlere Nachfrage an den Standorten – überwiegen die Nachteile für die Betroffenen deutlich. Besonders problematisch ist, dass die lange Übergangszeit viele Menschen dazu zwingen wird, sich an andere Verkehrsmittel, insbesondere das Auto, zu binden. Ein späterer Umstieg zurück zum ÖPNV wird dadurch unwahrscheinlich.

Unser Ziel muss es sein, trotz der Sanierungsarbeiten ein verlässliches, planbares und zukunftsfähiges Angebot im öffentlichen Nahverkehr zu schaffen, das den Bedürfnissen aller Alters- und Zielgruppen gerecht wird.

Wir werden uns als Bündnis 90/Die Grünen in Arnsberg dafür einsetzen, den Dialog mit der Deutschen Bahn sowie dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) anzustoßen. Hierzu treten wir mit der Bitte um Unterstützung mit der Stadt Arnsberg und dem HSK in Kontakt. Weiterhin hat unsere Bundestagsabgeordnete Sandra Stein bereits ihre Unterstützung zugesichert. „Der Wegfall der Haltestellen in Oeventrop und Freienohl stellt für die Menschen in der Region eine große Belastung dar. Es ist wichtig, jetzt den Dialog zu suchen und Lösungen zu finden, die die Einschränkungen während der Bauarbeiten möglichst geringhalten“, so Stein.

Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die sowohl den Anforderungen der Bahn gerecht werden als auch die Interessen der Bürgerinnen und Bürger im Hochsauerlandkreis wahren. Mobilität darf kein Luxus sein, sondern muss auch in Zeiten der Sanierung für alle verlässlich und planbar bleiben.

Stefan Büenfeld

Bündnis 90/Die Grünen